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Ich brauche jetzt keine fein zieselierten Argumente mehr.
![]() (Aber bitte nicht hauen...) Zitat:
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Also sowelche Politiker sollte man ihr Amt abnehmen! |
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Das klingt aber sehr nach Biermann. Biermann wird lebenslang ein naiver Fanatiker bleiben.
Bei ihm wird der Gedanke zur Ideologie, noch bevor er ihn zuende gedacht hat. Ich gebe zu, daß er in seinem Leben einige, sehr wenige Erkenntnisse gewonnen hat, z.B. bezüglich seiner damaligen Einstellung zum Sozialismus. (Es sei falsch, verwerfliche Maßnahmen mit dem hohen Ziel zu rechtfertigen.) Aber dies alles vollzieht sich verzweifelt langsam und aus jeder neuen Erkenntnis wird gleich wieder eine unumstößliche Weltanschauung. Die Ideologie verläßt ihn nicht, nur ihr Inhalt. Eine Folge seiner intellektuellen Minderbegabung. Nun zum Sozialismus, der ja in der Theorie die Vorstufe zum Kommunismus ist. Klingt gut, kann aber nicht funktionieren, weil dieses System zum Wesen des Menschen im Gegensatz steht. Nicht umsonst wollte ja die DDR den "neuen Menschen", die allseits gebildete, sozialistische Persönlichkeit schaffen. Sie behauptete sogar, er existiere schon in einigen Exemplaren. Warum? Weil sie ihn brauchte, sonst funktioniert das System nicht. Hat sie ihn geschaffen? Nein. Also funktionierte das System nicht. Den Menschen kann keiner verändern, er bleibt in der Masse immer gleich. Der Fehler der kommunistischen Theorie ist es nun, nicht mit dem vorhandenen Menschenmaterial zu arbeiten, sondern zu behaupten, ein neuer, altruistischer Mensch könne und müsse zuvor geschaffen werden. Was jedoch unmöglich ist, weshalb der Kommunismus nicht funktioniert. Im Gegenteil führt er stets in eine Tyrannis, da ja bei Fehlen von Altruismus dieser vorderhand durch Gewalt angeordnet werden muß, durch die Diktatur des Proletariats. Aber auch das funktioniert nicht, denn wenn das Proletariat herschte, wäre es kein Proletariat mehr. Es herscht also eine gewisse Funktionärsklasse die von sich nur behauptet, sie wäre das Proletariat. Selbst wenn das Proletariat herschte, wäre es immer noch eine Herrschaft der Egoisten. Denn niemand ist egoistischer als Angehörige der Unterklasse. Aber ich will nicht zu sehr ins Einzelne gehen. Kurz gesagt: die meisten Menschen sind böse (sie vernichten um des eigenen Vorteils willen das Leben anderer psychisch, physisch und ökonomisch) und bleiben es stets; deshalb kann es keinen Sozialismus oder Kommunismus geben, sondern dieser führt vermöge dieses Wesens stets zu größeren Mißständen. Denn er erfordert mangels Freiwilligkeit der Mehrheit zwingend die Diktatur. Ich habe selber eine gewisse Zeit gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen, denn es gehört dazu wohl einige Lebenserfahrung; wenn auch bei weitem nicht so lange wie Biermann. |
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Biermann ist gerade KEIN Fanatiker...
Das Lied stammt aus den siebzigern, aus seiner DDR-Phase. Damals war er schon aufsässig und ist es immer geblieben. Vor allem unangepasst. Ich weiß nicht, wieviel du von ihm kennst und wann du ihn das letzte Mal reden oder singen gehört hast, aber diese Meinung solltest du überdenken.
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Also sowelche Politiker sollte man ihr Amt abnehmen! |
#34
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Ich kenne viel von Biermann, Prosa und Lyrik, gesungen und geschrieben. Und mein Urteil besteht. Wenn Biermann eine Meinung gefasst hat, dann folgt er ihr, ohne rechts noch links zu sehen, blindlings und mit aller Macht. Und eben darin liegt ja das Wesen des Fanatismus, eine Sache UNBEDINGT zu wollen und zu tun und für alles andere blind zu sein.
Im Grunde hat die DDR Biermann einen Gefallen getan, als sie ihn verbannte, denn dadurch war er gezwungen schätzungsweise 10 Jahre früher, als es sonst geschehen wäre, über das Wesen des Kommunismus nachzudenken. Denn wenn ein Fanatismus in den anderen umschlägt, und anderes gibt es bei Biermann ja nicht, dann muß dazwischen eine kurze Pause des Denkens und der Besinnung eintreten. Die Art, wie Biermann seine jeweiligen Meinungen stets im tiefsten Brustton der Überzeugung in die Welt hinausposaunt liegt mir als geistigem Menschen nun einmal nicht und wird sie niemals liegen. Im Grunde ist er eine Ein-Mann-Agitpropgruppe. Man vergleiche Biermanns Gesänge nur einmal mit denen seines großen Vorbildes, des göttlichen Heine! Wenn Heine eine Leier besitzt, wenn sein Gesang frei, witzig und geistig ist, so besitzt Biermann eine Drehorgel, mit der er dampfwalzenartig alle feineren Seiten unserer Natur plattwalzt! Ich empfehle die Lektüre von Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" und danach das gleichnamig-epigonale Werk Biermanns. Übrigens ist letzteres noch am wenigsten dampfwalzenartig, weil er ja Heine zu imitieren versucht. Danach wirst du reumütig hierher zurückkehren und zugeben, daß du unrecht hattest! Bis dahin ist die Audienz Seiner Heiligkeit beendet! Du darfst meinen Ring küssen und dich entfernen! |
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Zitat:
![]() Ich verzichte auf jede weitere Audienz, Eure Selbstherrlichkeit.
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