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Alt 10-01-2003, 23:20
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AgentLie AgentLie ist offline
Overlord

 
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Hoffentlich hatten wir das noch nicht...
Zitat:
Zählen oder nicht zählen, das ist in den USA die Frage. Oder: Wer wird Präsident? Noch warten wir auf die Stimmen der Briefwähler. Das kann dauern. Denn jetzt dürfen auch Sie und ich wählen. Und das ist nicht einfach.

Als ich heute morgen in meine Mailbox blickte, fiel mir ganz besonders ein Email auf. ELECTION CALL stand in der Betreffzeile. Ein Klick weiter, das Email öffnet sich und ich lese folgenden hoch offiziellen Text:

Dear Madam/Sir,

As you all know the U.S. presidential elections have been delayed. As some of the votes seem to ve been lost due to the incorrect checking of voting ballots, more voters have been admited to distance vote.
You have been chosen to participate.

If you feel you want to influence the U.S. election results, please fill in the ballot paper attached and send it to

USelections@floridaballot.org

Thank you for your attention.

The U.S. Election Committee


Darunter diese wunderschöne, übersichtliche Grafik eines US-Wahlzettels. Links stehen fein säuberlich untereinander aufgelistet die Namen unserer Kandidaten: Bush, Buchanan, Gore, Nader (Das ist der mit dem Faktor). Rechts sind diese schwarzen runden Flecken: zum ankreuzen bzw. lochen. In den USA, da locht man den Wahlzettel. Da kreuzt man nicht, da locht man. Der Gewinner ist Präsident.

Zurück zu dem Wahlzettel: Links sind die Namen, rechts die potentiellen Löcher. Und dazwischen Pfeile, die vom Namen direkt auf den Lochvordruck zeigen. Also sollte es doch eigentlich kein Problem sein, das Loch auch zu treffen. Weit gefehlt: Nur der Pfeil von Bush zu Bushs Loch ist schnurgerade, zackig knackig. Die anderen Pfeile erinnern eher an verflixte Labyrinth-Spiele aus bunten Illustrierten. Ich nehme also meinen Stift und versuche herauszufinden, wo die potentiellen Löcher von Gore, Nader (Das ist der mit dem Faktor) und Buchanan sind. Dabei überlege ich, warum ich als Europäer eigentlich in den USA wählen darf.

Die Antwort finde ich im nächsten Email, das ich aufmache. Zitate von George W. Bush. Massenweise Zitate in einem dieser Massenmails. Eines der Zitate, das George W. Bush zugerechnet wird, besagt: "We have a firm commitment to NATO, we are a part of NATO. We have a firm commitment to Europe. We are a part of Europe." - Governor George W. Bush, Jr.. Logisch! Wenn die USA Teil von Europa sind, gehört Europa auch zu den USA. Daher darf ich wohl wählen.

Wieder sitze ich vor dem Wahlzettel. Nur der Pfeil von Bush ist so gerade und so klar und geht direkt auf das potentielle Loch. Bush hatte recht (ich blicke auf die Bush-Zitate, die inzwischen ausgedruckt neben mir auf dem Schreibtisch liegen): I am not part of the problem. I am a Republican" - Governor George W. Bush, Jr..

Ja Mr. Bush, das sehe ich. Sie sind nicht Teil meines Problems. Ich versuche wieder mit Hilfe meines Stiftes den Fäden und Pfeilen entlang das Wollknäuel von Fäden und Pfeilen zu entwirren. Vielleicht sollte ich es einfach mit Bush halten. Mein Kreuzchen irgendwo setzen (bzw. das Blatt irgendwo lochen) und darauf vertrauen: "I have made good judgments in the past. I have made good judgments in the future." - Governor George W. Bush, Jr.

Das ist ein gutes Selbstvertrauen. Ich blicke auf den Wahlzettel. Auf dieses Wirrwarr. Und merke, daß ich mit meinem Stift zu den drei Pfeilen und Fäden und Strichen von Gore, Buchanan und Nader (Das ist der mit dem Faktor) zu ihren potentiellen Löchern mindestens noch drei Pfeile und Striche hinzugemalt habe. Jetzt ist der Wahlzettel sowieso ungültig. Ich blicke aus dem Fenster und fühle plötzlich den Sinn des großen Bush-Zitats: "The future will be better tomorrow." - Governor George W. Bush, Jr.
Ich bitte alle User mit Atembeschwerden, usw. vom Lesen dieses Telefongespraeches abzulassen. Da ein Lachkrampf in diesem Fall lebengefaehrlich sein koennte.
PS: Ich haette dem Angestellten als Richter sofort wieder einstellen lassen und im den Rat gegeben Schmerzensgeld zu fordern...
Zitat:
Die folgende Geschichte ist beim Kundendienst von WordPerfect passiert. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dem Kundenbetreuer gekündigt; Allerdings führt die betreffende Person derzeit einen Arbeitsgerichtsprozess auf Wiedereinstellung gegen Corel, weil die Kündigung ohne ausreichenden Grund ausgesprochen worden sein soll. Das Telefongespräch, das zu der Kündigung geführt hatte, wurde wie folgt mitgeschnitten:
"Hier ist der Kundendienst von WordPerfect, kann ich Ihnen helfen?"
"Ja, ich habe Probleme mit WordPerfect"
"Was für Probleme sind das?"
"Also, ich habe gerade getippt, und plötzlich waren die Wörter weg."
"Wie das?"
"Sie sind verschwunden."
"Hmmm. Sagen Sie, wie sieht Ihr Bildschirm jetzt aus?"
"Da ist nichts."
"Nichts?"
"Der Schirm ist leer. Da kommt auch nichts, wenn ich tippe."
"Befinden Sie sich noch in WordPerfect, oder haben Sie Windows beendet?"
"Woran merke ich das?"
"Sehen Sie C:Eingabe vor sich?"
"Was ist eine Seheingabe?"
"Lassen wir das. Können Sie den Cursor über den Schirm bewegen?"
"Es gibt keinen Cursor. Ich hab Ihnen doch gesagt, nichts, was ich eingebe, wird angenommen."
"Hat Ihr Monitor eine Anzeige für die Stromversorgung?"
"Was ist ein Monitor?"
"Das ist das Ding mit dem Bildschirm, das wie ein Fernseher aussieht. Gibt
es da ein kleines Licht, das leuchtet, wenn der Schirm an ist?" "Weiß ich nicht.“
"Gut, dann sehen Sie doch bitte auf der Rückseite des Monitors nach und suchen die Stelle, wo das Stromkabel herauskommt. Können Sie das sehen?"
"Ja, ich glaube schon."
"Sehr gut. Folgen Sie jetzt dem Stromkabel und sagen Sie mir bitte, ob es eingesteckt ist."
"....Ja, ist es."
"Als Sie hinter dem Monitor standen, haben Sie da auch gesehen, ob zwei Kabel eingesteckt waren und nicht nur eines?"
"Nein."
"Da müssen zwei Kabel sein. Wenn Sie bitte noch einmal hinter den Monitor schauen, ob es da ein zweites Kabel gibt."
"...Okay, das Kabel ist da.."
"Folgen Sie bitte dem Kabel und teilen Sie mir dann bitte mit, ob es fest in Ihren Computer eingestöpselt ist."
"Ich kann mich nicht so weit rüberbeugen."
"Aha. Können Sie wenigstens sehen, ob es eingesteckt ist?"
"Nein."
"Vielleicht, wenn Sie sich mit dem Knie abstützen und etwas nach vor lehnen?"
"Das liegt nicht an meiner Haltung - es ist dunkel hier."
"Dunkel?"
"Ja - die Büroleuchten sind aus, und das einzige Licht kommt durch das Fenster."
"Gut, schalten Sie dann bitte das Licht in Ihrem Büro an."
"Kann ich nicht."
"Nicht? Wieso?"
"Weil wir Stromausfall haben."
Ein Strom... ein Stromausfall? Aber dann haben wir´s jetzt. Haben Sie noch die Kartons, die Handbücher und die Verpackung, in der Ihr Computer ausgeliefert wurde?"
"Ja, die habe ich im Schrank."
"Gut. Gehen Sie hin, bauen Sie Ihr System auseinander und verpacken Sie Es bitte so, wie Sie es bekommen haben. Dann nehmen Sie es bitte zu dem Laden zurück, wo Sie den Computer gekauft haben."
"Im Ernst? Ist es so schlimm?"
"Ich befürchte, ja."
"Also gut, wenn Sie das sagen. Und was erzähle ich denen?"
"Sagen Sie ihnen, Sie wären zu blöd für einen Computer."
__________________

Halfter, Stricke werden faulen
Nasenringe endlichen fallen.
Zaum und Sporen ewig rosten
Und die Peitsche nie mehr knallen.
Diesem Tag gilt unser Streben -
Kuh und Pferd und Gans und Schwein -
Selbst wenn wir ihn nicht erleben,
Unser Ziel muss Freiheit sein.
- George Orwell

Geändert von AgentLie (10-01-2003 um 23:38 Uhr).
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