Dann kriegt ihr erst mal meine Nachbarn; ist eingescannt, ich kann nicht versprechen,d ass ich alle Fehelr gefunden hab, die mein Prog fabriziert hat.
Mosch's Einsichten: Nachbarn
Heute gehts um meine Nachbarn. Ich möchte dabei anmerken, dass ich meine Nachbarn keineswegs hasse oder verabscheue - sie sind nur ein wenig seltsam. Da ich im Erdgeschoss wohne befinden sich meine Nachbarn über mir Das ist natürlich eine wundervolle Vorraussetzung für nach unten gebölkte Beschwerden, vom Balkon aus. Das wäre ja noch erträglich, aber es gibt einen Aspekt, den ich nicht ausser Acht lassen möchte: Alle meine Nachbarn sind älter als sechzig Jahre. Nun, ich habe nichts gegen alte Leute. Meine Urgrossmutter beispielsweise ist ziemlich alt, trotzdem mag ich sie. Nur erzählt mir meine Urgrossmutetr auch nicht den ganzen Tag, dass meine Musik zu laut ist oder ähnliches. Aber nicht nur laute Musik ist das Problem meiner Nachbarn. Auch die Art der Musik spielt eine Rolle. Wie etwa vorgestern. An diesem Tag war ich Abends alleine zu Hause und meine Eltern zu Besuch bei Freunden. Ich hörte ein wenig Speed Metal, während ich übers Internet einen nahmhaften Shooter mit Freunden spiele. Nach einiger Zeit habe ich keine Lust mehr darauf und wende mich ein wenig der Sektenadministration zu. Dazu passt mein Speed Metal aber nicht mehr, ich disponiere also um und lasse mich von gregorianischen Gesängen inspirieren - allerdings nicht sehr lange. denn schon nach kurzer Zeit klopft es an der Tür. Ich öffne eben diese und erblicke meinen Nachbarn - den Herren direkt über mir. Er bittet mich, meine "Satansgesänge" auszuschalten, weil "seine Frau davor Angst hat". Daraufhin dreht er sich forsch und zackig um und marschiert wieder nach oben, selbstverständlich ohne mich antworten zu lassen. Jeder Schritt schien die Treppen selber zu hassen: Ich habe noch nie einen Menschen so feste auftreten sehen. Es schien mir als wolle er die Treppe dafür strafen, dass ich meine "Satansgesänge" laufen liess. Natürlich habe ich die Musik nicht ausgeschaltet. Auch in mir brennt die Flamme der Rebellion. Sie brennt sogar so stark, dass ich daran gedacht habe, des Nachts einen Zettel unter der Tür durchzuschieben, in der Art von "Morgen werde ich euch alle ausweiden", aber mein angeborener Respekt vor älteren Leuten hat mich daran gehindert.
Dieser gute Mann ist nicht die einzige kuriose Gestalt bei uns. Ganz oben, in einer Wohnung ohne Licht, lebt eine Art Eremit. Er bewegt sich gebückt, ist ständig beschissen gelaunt und spricht nie, es sei denn, um jemanden zu beschuldigen. Man sagt, er würde in seinem stinkenden, verdreckten Loch Kerzen aus seinem Ohrenschmalz herstellen und diese Nachts auf die Autobahn stellen, mit seinen verdrehten Nasenhaaren als Docht. Keiner weiss, warum er das tut, aber es klingt plausibel. Und eben dieser Eremit schlich sich des Nachts über die Strassen, als ich gerade etwas zu essen holen wollte (es war halb zwölf in der Nacht und ich hatte Besuch). Da unsere Haustür ab halb Neun abgeschlossen ist, hatte ich meinen Schlüssel schon in der Hand, als ich mich dem Rahmen voller milchigem Glas, was unsere Haustür darstellen soll, näherte. Gerade wollte ich schon den Schlüssel ins Schloss schieben, da bemerkte ich, wie sich jemand näherte. Von draussen. Ich sah den Schatten unseres Eremiten, der sich langsam und quälend näher an die Tür schob. Schon wollte er sie aufschliessen, als er mich innen stehen sah. Er griff nach der Klinke und wartete. Nach kurzem gegenseitigen Beobachten zog ich meinen Schlüssel wieder hervor und schloss die Tür langsam und vorsichtig auf. Mein Hunger wurde stärker. Ich nahm den Schlüssel wieder aus dem Schloss und winkte ihn freundlich durch die Scheibe hinein. Er reagierte nicht. Ich trat ein Stück zur Seite und öffnete meine Arme einladend, den Weg in den dunklen und kalten Flur geöffnet. Doch die Granitfliesen schienen ihm nicht zu imponieren: Noch immer Stand er vor der Tür, den einen Arm an der Klinke. Er schien eingefroren, bewegte sich kaum, schien leblos. Mein Hunger wurde schier unerträglich, ich musste endlich etwas zu Essen holen! Ich nahm mir ein Herz und griff nach der inneren Türklinke. Noch einmal sah ich ihm durch das getrübte Glas ins Gesicht Seine Augen konnte ich nicht erkennen, aber sie schienen zu leuchten, wie Tore zum Fegefeuer, das in ihm brannte. Krampfhaft konnte ich seine Hand durch das Glas sehen, wie sie den Griff umklammert hielt. Noch einmal gab ich ihm die Möglichkeit loszulassen oder zu öffnen, doch er nahm sie nicht wahr. Mein Hunger übermannte mich, schaltete meine Sinne aus und betäubte meinen Verstand.
Ich öffnete die Tür.
Nun, wenn Ich "öffnen" sage, übertreibe ich vielleicht. Ich drückte die Klinke nach unten und zog langsam, sehr langsam, so unglaublich langsam, mit allergrösster Vorsicht die Tür nach innen. Staubflocken schienen sich auf meiner Hand zu sammeln, fast schien sich die Tür nach aussen anstatt nach innen zu bewegen, so langsam und vorsichtig öffnete ich. Nach einer Zeitspanne, in der Welten entstehen, Galaxien sterben, Sterne erlöschen und Rudolf Scharping einen ganzen Satz spricht, war die Tür auf etwa halber Höhe, noch immer fest verbunden mit der Hand unseres Eremiten. Da durchzuckte ihn Höllenqual grössten Ausmasses, er schrie auf und riss seine Hand schmerzerfüllt zurück, während er den Megawattblick seiner blitzenden Augen auf mich richtete.
"Sie reissen mir ja den Arm ab!" kreischte seine hysterische Stimme, der Stimmbandschädigung nahe. Er schlug mir die Tür ins Gesicht, während ich mich vor Hunger schon auf dem Boden wand, und stiefelte zufrieden nach oben, um seine Ohren auszupulen.
Aber nicht nur die einzelnen Leute, auch kollektiv funktioniere meine Nachbarn wie ein einziges, riesiges Individuum mit Gemeinhirn. Sie alle denken den gleichen Gedanken "Früher war alles besser.". Früher waren die Autos billiger, das Essen besser, die Luft sauberer, die Jugend freundlicher, die Häuser schöner, die Getränke hochprozentiger. Früher war alles besser. Für meine Nachbarn ist es so eine Art Mantra, das sie immer wieder rezitieren müssen, ein Zauberspruch, der alles löst; ihr ganzes Leben basiert auf der Tatsache, dass früher alles besser war. Du bist durstig7 Früher waren die Getränke besser.
Leute beschweren sich über deine Musik7 Früher war die Musik besser. Du kannst nicht pennen, weil dir alte Leute auf den Sack gehen, indem sie dir ihre Lebensgeschichte erzählen, die dir vollkommen egal ist? Das war früher auch besser.
Nun gut, wenn ich früher noch ohne Hilfe auf die Toilette gehen konnte und heute dazu ein Rettungsteam aus 12 Mann bräuchte, würde ich auch früher als besser ansehen. Und sie stecken auch noch an damit! Auch ich denke schon, dass früher alles besser war - auch das Früher, das ich gar nicht kenne....
Nun ja, um es zusammenzufassen: Meine Nachbarn sind gefährlich. Fernhalten ist die beste Idee - nur bei Nachbarn leider schlecht umzusetzen. Aber früher ging das noch besser...
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Zitat:
Zitat von Mokus
PS: Das Loch interressiert mich schon seit 7 Jahren
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I ELUCIDATE THE TRUTH OF A CASE FROM NOW ON!
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